Excite

Fertiggerichte: Zu Unrecht verunglimpft

Überraschend gut: Fertiggerichte sind viel besser als ihr Ruf. Zu diesem Ergebnis kam Spitzenkoch Nelson Müller, der für das ZDF-Magazin Zeit Fertigprodukte auf die Probe stellte.

Fertiggerichte sind ziemlich in Verruf geraten: Zu salzhaltig, zu viel Fett, zu viele Zusatzstoffe. Dazu kommen Lebensmittelskandale wie zuletzt das nicht etikettierte Pferdefleisch. Verbraucher sind natürlich skeptisch, ob das, was da auf ihren Tellern landet, wohl auch gesund ist. Das ZDF-Magazin Zeit hat mit dem Restaurantbesitzer und Fernsehkoch Nelson Müller Fertiggerichte getestet.

Die magische Preisobergrenze bei Fertigprodukten liegt bei etwa 3 Euro. Kann ein so günstiges Produkt aber auch wirklich gut sein? Fernsehkoch Müller meint, wichtig sei ein Blick auf die Liste der Zutaten.

Für die Zutatenliste gilt:

- Was zuerst geschrieben steht, ist auch am meisten drin.
- Stehen Zucker und Fett nicht an den ersten Stellen, ist der Gehalt eher unbedenklich.
- Je weniger unverständliche Zutaten draufstehen desto besser ist das Produkt.
- Je weniger Zusatzstoffe, desto besser ist das Ausgangsprodukt.

Zusatzstoffe und Inhaltsstoffe wie Natriumhydrogensulfit, Ascorbinsäure oder Mononatriumglutamat sind zwar nicht ungesund: "Kein Zusatzstoff darf in der EU verwendet werden, wenn er nicht zugelassen ist und somit gesundheitlich geprüft worden ist", so die Aussage vom Lebensmittelchemiker Dr. Ulrich Nehring. Aber je mehr "E's" im Produkt sind, desto minderwertiger ist das Grundprodukt. Die preiswerten Zusätze sorgen für den Geschmack, den das eigentliche Produkt nicht hergibt. In billigen Chicken-Nuggets beispielsweise wird ein Großteil vom Fleisch durch Haut, Knochen und Weizeneiweiß ersetzt.

Können Fertigprodukte mit Hausmannskost mithalten?

Auch dieser Frage ging der Spitzenkoch im ZDF-Magazin nach. Drei Hobbyköche haben für die Sendung gekocht und zusammen mit dem tiefgekühlten Gegenstück wurden die Speisen in ein Labor gegeben. Das Ergebnis der Untersuchung ist überraschend: Die gesunden Inhaltsstoffe waren gleichwertig. Ein selbst gekochtes Geschnetzeltes enthielt zwar mehr Nährstoffe, aber auch einen höheren Kalorienwert. Und die selbstgemachte Hühnersuppe war wesentlich fettreicher als das Produkt aus der Dose.

Man kann sich also durchaus auch mit Fertiggerichten gesund ernähren, so das Fazit von Müller. Wichtig ist lediglich die Abwechslung: "Jeden Tag Pizza ist einfach ungesund. Da spielt es keine Rolle, ob sie selbstgemacht ist oder eine Fertigpizza." Außerdem sollte man die Finger von Billigware lassen, wegen der Zusatzstoffe.

Fertiggerichte kann man übrigens auch lecker aufpeppen: Ein bisschen frisches Gemüse und Schinken auf die Pizza Margherita oder Kräuter und Gemüse in die Fertig-Nudelsoße schnippeln - und schon ist ein schnelles, aber durchaus gesundes Gericht fertig.

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017