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Münchner Café: Kunden zahlen, was sie wollen!

Im Münchner Café Liebling verfolgt der Geschäftsinhaber Christian Hildebrandt eine seltene Bezahlpolitik: Seine Kunden können den Preis für Kaffee, Kuchen und Getränke selbst bestimmen. 'Du darfst zahlen, was du willst' sagt er ihnen, wenn sie bezahlen wollen.

In den meisten Fällen folgt darauf verwundertes Stirnrunzeln und die erneute Nachfrage, ob es sich dabei um einen Fehler handelt. Doch was wie ein billiger Scherz klingt, nennt sich 'Pay what you want'-Konzept, kurz PWYW, und ist eigentlich nicht neu, nur ungewohnt. Viele Unternehmen haben es bereits ausprobiert: Hotels, Restaurants, Friseure, Kinos, Weinkneipen, Stadtrundführer. Insbesondere Start-up-Unternehmen nutzen dieses bizarre Bezahlsystem als temporäres Marketinginstrument, um kurzzeitig Aufmerksamkeit zu erreichen.

Auch die Betreiber des Münchner Cafés in der Elsässerstrasse haben mit einer solchen Strategie angefangen. Nun brummt das alternativ-gemütliche Café und die Gäste bezahlen eben so viel, wie sie möchten. Dabei orientieren sie sich an die Preise, die sie von der Konkurrenz kennen. 'Ausnutzen tut das kaum jemand', erklärt Christian Hildebrand. 'Wenn ich abends die Statistik überprüfe, stimmen die Einnahmen mit den Ausgaben in etwa überein'. Außerdem schaut keiner der Angestellten in die Wechselkasse auf dem Tresen nach, alles bleibt anonym.

'Fühlen sich die Gäste wohl, springt natürlich auch mehr dabei heraus.' erzählt Hildebrandt. Der persönliche Kundenkontakt sei ihm besonders wichtig, denn in seinem 'Nachbarschaftscafé' stehe der Mensch und nicht der Gewinn im Vordergrund. 'Wir bauen eine persönliche, lockere Beziehung mit dem Kunden auf. Viele kommen täglich, und wir machen uns fast schon Sorgen, wenn jemand mal nicht kommt', erzählt er.

Wenn ihr am Wochenende also in München unterwegs seid, könnt ihr ja mal selber vorbeischauen und das Pay-What-You-Want-System ausprobieren!

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