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Rotbäckchen-Saft: Verbraucherschutz verbietet Bezeichnung "lernstark"

Sind Kinder besser in der Schule wegen eines Getränks? Nein, sagt der Verbraucherschutz und verbietet dem Hersteller des Kindersafts "Rotbäckchen" die Bezeichung "lernstark" auf dem Etikett der Flasche. Der "Rotbäckchen "-Konzern sieht das aber anders will nun gegen das Gerichtsurteil vorgehen.

Das Urteil vom Oberlandesgericht in Koblenz besagt, dass die Aussagen "lernstark" und "mit Eisen und Vitamin B-Komplex zur Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit" wettbewerbswidrig seien. Das Wort "lernstark" sei nicht nur sprachlich ungelenk sondern auch irreführend und vermittle, der Kinder-Saft sei gut für die Konzentration. Deshalb darf "Rotbäckchen" laut Aktenzeichen 9 U 405/13 nicht mehr mit diesem Gesundheitsversprechen auf seinem Flaschenetikett werben.

Diese Art der Werbung verstoße gegen eine der EU-Verordnungen über Angaben zu den Nährwerten und der Gesundheit bei Lebensmitteln, so ein Gerichtssprecher. Die besagte Verordnung zu "Health Claims", das sind Gesundheitsversprechen für Lebensmittel, war vor einem Jahr in Kraft getreten. Auf der EU-Liste stehen 222 Behauptungen die erlaubt sind, weil sie wissenschaftlich haltbar sind. "Lernstark" gehört aber nicht dazu.

Gegen die Etikettierung von "Rotbäckchen" hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen geklagt und damit argumentiert, dass die EU-Richtlinie ganz besonders streng dann anzuwenden sei, wenn es um Lebensmittel für Kinder gehe. Der Verband schrieb in einer Mitteilung zu "Rotbäckchen": "Die umstrittenen Angaben befanden sich direkt unter dem Markenzeichen, dem blonden Mädchen mit den leuchtend roten Wangen. Auf dem Etikett auf Rückseite der Flasche hatte das Unternehmen das Getränk selbst als Kindersaft bezeichnet. " Das Unternehmen des Saftes hat aber angekündigt, gegen das Urteil bis vor den Bundesgerichtshof ziehen zu wollen.

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