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Tassen aus PCM: Nie wieder kalten Kaffee

Wem ist das nicht schon einmal passiert: Man wollte entweder seinen heißen Kaffee genießen oder genüsslich sein Eis verspeisen und im ersten Fall ist der Kaffee kalt geworden und im zweiten Fall das Eis in der Hitze zerflossen. Wenn es nach den Forschern Klaus Sedlbauer und Sinnesbichler geht, soll das der Vergangenheit angehören, denn die beiden haben die intelligente Tasse erfunden, die Wärme und Kälte speichert.

Die Tasse ist natürlich aus einem ganz besonderen Stoff gestrickt, nämlich aus sogenannten Phasenwechselmaterialien, kurz PCM. Diese Werkstoffe kommen eigentlich aus der Bauindustrie und sorgen dafür, dass Häuser die durch Sonneneinstrahlung entstehende Wärme absorbieren, um dann abends, wenn es kühler ist, diese Wärme wieder abzugeben. Wie Spiegel Online berichtet, wird PCM bereits in der Textilbranche bei Ski- und Winterjacken eingesetzt.

Die beiden Forscher überlegten sich, dass man das Prinzip ja auch auf Tassen anwenden könnte. Dazu verwendet man einen Porzellankörper, der im Inneren hohl und durchzogen ist, aus wabenförmigen angeordneten Schienen. Diese Schienen bestehen aus einem gut leitenden Material wie Aluminium. In den Zwischenräumen der Waben findet sich dann das PCM.

Sobald ein heißes Getränk in die Tasse gefüllt wird, leiten die Schienen die Wärme an das PCM weiter, dass schmilzt und flüssig wird und dabei die Wärme speichert. Auf die Weise kühlt PCM das Getränk auch auf eine zum Trinken angenehme Temperatur herunter. Das PCM gibt dann über den Trinkzeitraum hinweg, die Wärme wieder an das Getränk ab und hält es damit auf Temperatur.

Was sich toll anhört, hat nur einen Haken. Da die Getränke oder Speisen alle unter verschiedenen Temperaturen getrunken oder gegessen werden sollten, bräuchte man für die verschiedenen Anforderungen immer anderes Geschirr. Denn bei welcher Temperatur das PCM flüssig wird und als Speicher funktioniert, hängt vom verwendeten PCM. Daher benötigt man für heiße Getränke ein anderes Gefäß, als für einen eiskalten Milchshake.

Momentan gibt es die ersten Gespräche um die Tassen und vielleicht weiteres Geschirr aus PCM in den Handel zu bringen. Sollte sich ein Kooperationspartner finden, stehen die Tassen vielleicht schon Ende dieses Jahres in den Läden. Natürlich werden Tassen aus PCM, die Wärme und Kälte speichern und abgeben, ein wenig mehr Geld kosten, als das Porzellan, was man ohnehin schon zuhause hat.

Bild: Lormarie (Flickr), Howard Lake (Flickr), Al Muya (Flickr)

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